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Aus den Alpen zurück in Berlin drücken die Luftmassen mich auf den Boden der Tatsachen.        

(Für den gestrandeten Taucher)

Ich habe mich weit vorgewagt. Bis an die äußerste Spitze des Kaps. Ich habe allen Mut zusammengenommen; ganz vorn auf der Klippe habe ich mich auf die Zehenspitzen gestellt, dem Wind getrotzt und mich dir entgegengereckt. Irgendwo dort hinten, weit weg auf der anderen Insel, warst du. Aber der Nebel ließ mich noch nicht einmal... Weiterlesen →

Tomasz

Er war niemand, der sich selbst im Weg stand. Wie nur wenige andere war Tomasz einfach nur er selbst. Er tat immer kompromisslos, wonach ihm war. Was das genau war, war kurz zuvor kaum abzusehen. Auch für ihn nicht. Es hatte immer mit Freiheit zu tun. Als ich ihn kennenlernte, war er Anfang 20, ich... Weiterlesen →

Roboten

"Vielleicht bist du ja weniger umtriebig, wenn du jetzt vollzeit arbeitest", sagt eine Kollegin und meint das positiv. Ich hingegen habe Sorge, von nun an nicht genug Zeit für meine diversen Hobbies zu haben. Die Kollegen hoffen offenbar, dass ich bald dazugehöre. Dass ich mir einen Fernseher kaufe, um abends dann auch "Dschungelcamp" oder "Let's... Weiterlesen →

Berührungen

Bebend saß sie auf ihm und bewegte sich sehr langsam; so langsam es überhaupt ging, so dass Sie die Zeit fast zum Stehen brachte. Sie kostete jede Sekunde aus. Die Augen geschlossen, tief atmend, keuchend, in sich gekehrt, ganz bei sich und sich dabei doch in ihm auflösend. Sie versank in ihm. Sie ließ sich... Weiterlesen →

Mitteilung

Irgendwann muss ich es dir ja mitteilen… Ich mag Stefanie Sargnagel nicht. Irgendwie einfältig finde ich sie. So. Jetzt ist es raus. Aber darum geht’s eigentlich nicht. Ich hab sie nur gestern im Fernsehen gesehen und, ach egal. Ich mag dir was sagen. Ist nix Schlimmes wahrscheinlich. Nur Klares. Ein wenig klar jdenfalls. Wäre ich... Weiterlesen →

Spätsommertristesse

Es ist der vielleicht letze warme Tag in diesem Jahr. Für die nächsten Tage wurde Regen angekündigt. Gut gelaunt sitzen die Menschen vor den Cafés in der Sonne. Sie schlendern durch die Parks, sitzen am Ufer des Landwehrkanals und schauen den Schwänen zu, als hätten sie alle Zeit der Welt. Als würden sie in zwei... Weiterlesen →

Langsam enttäuschend

U-Bahnhof Wedding, morgens um 5.30 Uhr. Ich gehe langsam die Treppe hinauf. Sehr, sehr langsam. Die hohen Schuhe verhindern nach stundenlangem Tanzen und Stehen ein normales Lauftempo. Es geht einfach nicht schneller. ICH gehe einfach nicht schneller. Jeder Schritt schmerzt. Könnte ich auf Händen laufen oder mich rollend fortbewegen, ich würde es tun. Die kleine... Weiterlesen →

Beim Fleischer

In Rock und Stiefeln betrete ich den Metzgerladen meines Vertrauens. „Ich hätte gerne zwei Hühnerbeine“, sage ich freundlich. Der Metzger schaut einige Sekunden prüfend an mir herab: „Die hamse doch schon.“ Ich nehme das mal als Kompliment und bestelle trotzdem die zusätzlichen 2 Beine. Nirgendwo kauft sich's so schön ein wie im Wedding .

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