Roboten

„Vielleicht bist du ja weniger umtriebig, wenn du jetzt vollzeit arbeitest“, sagt eine Kollegin und meint das positiv. Ich hingegen habe Sorge, von nun an nicht genug Zeit für meine diversen Hobbies zu haben.

Die Kollegen hoffen offenbar, dass ich bald dazugehöre. Dass ich mir einen Fernseher kaufe, um abends dann auch „Dschungelcamp“ oder „Let’s dance! “ zu schauen. Dann haben wir gemeinsame Themen im Büro.

Da fallen mir Die Toten Hosen ein: „In einer Welt, in der man nur noch lebt, damit man täglich roboten geht, ist die größte Aufregung, die es noch gibt, das allabendliche Fernsehbild.“

Mit Mitte 30 kann man diese Vollzeit-Sache ja mal ausprobieren. Es ist Winter, die perfekte Jahreszeit, um im Büro abzuhängen. Wenn der Leidensdruck steigt, bin ich vielleicht auch motivierter, mir eine andere, interessantere Arbeit zu suchen.

Erstes Fazit nach den ersten Wochen: Die 8 Stunden sitzen sich schneller ab als gedacht und es ist ein interessanter Einblick in die dröge Welt der Vollzeitarbeit. Aber schön ist es insgesamt nicht. Es geht den meisten von uns tatsächlich darum, physisch anwesend zu sein und Zeit abzusitzen, anstatt etwas Sinnvolles zu schaffen. Ähnlich wie im Knast. Aber vielleicht ereilt mich ja -ähnlich wie im Knast- bald eine Läuterung und ich komme dann schließlich und endlich als besserer Mensch aus dem Büro und muss hoffentlich -bei guter Lebensführung- nie wieder rein. Nur entlassen muss ich mich eben selbst.

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