Langsam enttäuschend

U-Bahnhof Wedding, morgens um 5.30 Uhr. Ich gehe langsam die Treppe hinauf. Sehr, sehr langsam. Die hohen Schuhe verhindern nach stundenlangem Tanzen und Stehen ein normales Lauftempo. Es geht einfach nicht schneller. ICH gehe einfach nicht schneller. Jeder Schritt schmerzt. Könnte ich auf Händen laufen oder mich rollend fortbewegen, ich würde es tun. Die kleine Meerjungfrau weiß wovon ich rede. Die Schuhe lassen meine müden Schritte laut vernehmbar klackern. Ich fühle mich angreifbar. Wegrennen, vor wem oder was auch immer, könnte ich nicht.

Hinter mir höre ich die Stimmen zweier Männer. Sie diskutieren. Sie reden vielleicht sogar über mich. Vorsichtig drehe ich mich um, um die Situation einzuschätzen. Ich blicke in ihre jungen Gesichter. „Oh nein!“, ruft der eine. „Jetzt hat sie sich umgedreht! Sie hat alles kaputt gemacht! Jetzt ist alles vorbei“, lallt er besoffen. „Wieso hat sie das getan!?“ Er ist offenbar enttäuscht. Und ich kann beruhigt weiterschleichen.

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